Einkommen und dessen Verteilung
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Unter Einkommen werden üblicherweise die Einkünfte von (Privat-) Haushalten verstanden.
Wichtige Einkunftsarten sind:
- Erwerbs-, oder Arbeitseinkommen aus selbstständiger oder unselbstständiger beruflicher Tätigkeit. Die Ausprägungsformen sind Lohn und Gehalt.
- Kapitaleinkommen aus Vermietung, Verpachtung, Verkauf oder aus Kapitaleinkommen. Die Ausprägungsformen sind Zinsen, Dividenden, Miete und Pacht.
- Transfereikommen durch Leitungen des Staates an Private. Die Ausprägungsformen sind Kindergeld, Arbeitslosengeld und Steuergutschriften.
- Ebenfalls zur Kategorie Einkommen zählen Schenkungen und Erbschaften, sie wurden ohne Gegenleistung erzielt.
Das Einkommen von Berufstätigen wird vom Staat durch Steuern auf Arbeitseinkommen und Sozialversicherungsbeiträge gemindert. Ab 2011 werden auch die Meisten Arten von Kapitaleinkommen besteuert. Durch Zahlungen des Staates werden die Einkommen von Privaten erhöht. Bei der Einkommensverteilung vor staatlichen Eingriffen spricht man von der primären Einkommensverteilung, bei jener nach staatlichen Eingriffen von sekundärer Einkommensverteilung. Auf Grund der Umverteilung durch Transfereinkommen werden in Österreich viele Personen finanziell so ausgestattet, dass Sie nicht unter die Armutsgrenze, die Sozialhilferichtsätze fallen oder zumindest ein Gesamteinkommen erhalten welches am Ausgleichszulagenrichtsatz liegt. Dieser liegt 2011 bei rund 800 Euro monatlich. Je nach Definition von Armut liegt der Anteil der davon betroffenen Bevölkerung in Österreich rund 10% der Wohnbevölkerung.
Zur Messung der Einkommensverteilung kann man das Konzept des Medianeinkommens und des Gini-Koeffizienten verwenden.
Das Medianeinkommen gibt jene Einkommenshöhe an bei dem die Hälfte der Einkommensbezieher höhere und eine andere Hälfte der Einkommensbezieher niedrigere Einkommen aufweisen. Das Konzept ist gegen Verfälschungen von "statistischen Ausreißern", wenige Personen mir sehr hohen oder sehr niedrigen Einkommen unanfällig. Im Unterschied zum arithmetischen Mittel, der einen Mittelwert darstellt kann man vom Medianeinkommen auf die Einkommensverteilung rückschließen. Liegt das Medianeinkommen unter dem arithmetischen Mittel, so gibt es mehr Einkommensbezieher mit unterdurchschnittlich hohen Einkommen. Liegt das Medianeinkommen über dem arithmetischen Mittel, so gibt es weniger Einkommensbezieher mit überdurchschnittlich hohen Einkommen.
Ebenfalls Aufschluss über die Einkommensverteilung erhält man wenn man die Einkommen der am besten verdienenden 10% mit jenen der am schlechtesten verdienenden 10% der Bevölkerung vergleicht. In einem Koordinatensystem mit zwei Achsen kann man diese Verteilung auf der Lorenzkurve ablesen. Auf der horizontalen Achse ist die Bevölkerung von 0 bis 100% und auf der vertikalen Achse das Gesamteinkommen von 0 bis 100% abgebildet. Die Lorenzkurve ist immer monoton steigend und konvex. Bei vollkommener Gleichverteilung wäre die Lorenzkurve eine um 45 Grad geneigte Gerade. Der Gini-Koeffizient ist eine statistische Maßzahl zum Messen von Verteilung (auch der des Einkommens), er baut auf der Lorenzkurve auf. Der Gini-Koeffizient kann Extremwerte von 0 und 1 aufweisen. Null bedeutet eine vollständige Gleichverteilung und ist ident mit der geraden Lorenzkurve die um 45 Grad geneigt ist. Eins würde eine Verteilung widerspiegeln in der eine Person das gesamte Einkommen bezieht und keine anderen Personen Einkommen beziehen würden. In der Realität bewegen sich die Werte über null und unter eins.
In Österreich beträgt das Netto-Medianeinkommen pro Monat rund 1.600 Euro. Der Gini-Koeffizient liegt in Österreich je nach berücksichtigter Einkommensart bei rund 0,35 (35%). Die Daten zur Einkommensverteilung sind auf der entsprechenden Unterseite der Statistik Austria(neues Fenster) - Private Haushalte (neues Fenster) zu finden. Im internationalen Vergleich der obigen Kennzahlen liegt Österreich im vorderen Drittel der Gleichverteilung von Einkommen.