Einleitung
Das Schienennetz der Österreichischen Bundesbahnen umfaßte am Ende des 20. Jahrhunderts eine Länge von über 5600 km. Mehr als 80 % davon waren elektrifiziert. Rund 1600 Triebfahrzeuge waren damals bei den ÖBB im Einsatz, zwei Drittel davon Elektroloks. Eine E-Lok besaß rund 7000 PS und kostete 40 Millionen Schilling (das sind ca. 2,9 Millionen Euro). Sie legte damals im Jahr rund 136000 km zurück.
Diese Zahlen machen deutlich, welchen Stellenwert die E-Lok am Ende des 20. Jahrhunderts
auf unseren Schienen einnahm. Doch nicht nur dort, auch für unsere Volkswirtschaft stellten die ständigen Weiterentwicklungen und Neulieferungen einen bedeutenden Faktor dar.
Seit dem Ende der Dampftraktion wurde neben der elektrischen immer wieder die Dieseltraktion als zweite zeitgemäße Art genannt. Der Vormarsch der E-Lok war aber aufgrund der vielen Vorteile praktisch nicht mehr aufzuhalten. Zu den wichtigsten zählen:
-
Krisenfestigkeit: Spätestens die Ölkrise 1974 hat deutlich gemacht, wie sehr die Dieseltraktion von ausländischem Treibstoff abhängig ist, während die Elektrolokomotiven mit heimischem Strom fahren.
-
Umweltschutz: Neben der Abgasbelästigung kommt es bei Diesellokomotiven zu einer wesentlich stärkeren Lärmbelästigung.
-
Nahschnellverkehr: Der stark zunehmende Schnellverkehr in den Ballungsräumen mit rascher Zugfolge erfordert fahrdynamische Eigenschaften (zB Beschleunigungsverhalten), die nur mit Elektrotraktion zu bewältigen waren.
-
Hochgeschwindigkeit: Für Geschwindigkeiten von 200 km/h und mehr können die erforderlichen Leistungen nur mittels elektrischer Energie erbracht werden.
Wir haben es uns daher zur Aufgabe gemacht, gleichsam ein "Bilderbuch" der wichtigsten Elektrolokomotiven und Triebwagen der Österreichischen Bundesbahnen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu gestalten (aus Sicht des Informationsstandes Ende des 20. Jahrhunderts).
Wir wünschen viel Spaß bei der Besichtigung.
|